„Das Reisen führt uns zu uns zurück.“
Albert Camus (1913-1960)

Wednesday, 11 January 2012

Up in the Air in Nelson

Erster Blick auf die Südinsel
Nachdem es am Samstag von Perth ins regnerische Auckland zurück ging, bin ich am Sonntag weiter nach Nelson geflogen. Juhuuu, ich bin wieder zurück in Neuseeland...endlich auf der Südinsel! Und hier ist das Wetter auch gleich viel besser als im Norden :-)

Also, wieder das übliche Programm: Ab ins Hostel, Essen einkaufen und Ort erkunden.
Nelson hat sich dabei als wirklich hübsches Stätchen mit erstaunlich guten Einkaufsmöglichkeiten herausgestellt. Ein kurzer Walk außerhalb des Zentrums bringt einen ins Centre of New Zealand: Eine Steinplatte auf einem Hügel, die dem eifrigen Wanderer zeigt, dass er hier im Mittelpunkt von Kiwi-Country steht.
Here I am

Heute habe ich dann mal eine kostspieligere und aufregendere Aktivität ausprobiert: Ein Tandem Flug Paragliding :-)
Morgens wurde ich abgeholt und schon allein die Fahrt zum Abfulgort war interessant, denn es ging mit einem Gelände fähigen Wagen den Hügel hoch. Allerdings war die Hauptstraße aufgrund der starken Regenfälle der vergangenen Wochen gesperrt, sodass wir den serpentinenartigen, matschigen und steilen Side-Treck nehmen mussten.

Auf dem Hügel angekommen hatte ich einen schönen Blick auf Nelson, die Tasman See und die Küstenlinie des Abel Tasman Nationalparks. Nachdem die richtige Brise aufgekommen, der Schirm justiert und ich gut in einem unvorteilhaften Anzug verpackt und an den Flieger geschnallt war, ging's auch schon los. Wie der Falke, den wir zuvor beobachtet hatten, haben wir uns in der aufsteigenden warmen Luft nach oben geschraubt - wow, was für ein Ausblick: Hügel und Berge soweit das Auge reicht, blauer Himmel und das Meer.

Nach ca. 20 Minuten in der Luft ging es runter. In kleinen Kreisen haben wir uns verdammt schnell dem festen Erdboden genähert. Besser als Achterbahn fahren und hinterher war mir sogar ein wenig schwindelig :-)

Thumps up!

Wednesday, 28 December 2011

W.A. part 2: Christmas in Dobbeljuh Ey

Seit über einer Woche bin ich jetzt schon auf der Farm von Marnies Eltern in Ongerup und hier gefällt es mir viel viel besser als in den ersten Tagen in Perth. Hier kommt also ein Bericht über das Leben auf einer australischen Farm, Weihnachten am Strand und die allerbeste schönste Weihnachtsüberraschung ;-)

Die Wigboro Farm ist für australische Verhältnisse nicht sehr groß, für deutsche allerdings schon: 2000 Hektar und so um die 4000 Schafe. Um zu den nächsten Nachbarn zu kommen braucht man definitiv ein Auto und um mal einen Großeinkauf machen zu können, muss man ins 100km entfernte Katanning fahren. Langweilig ist es hier aber nicht :-)

Gleich an meinem ersten Tag hier habe ich eine Menge über den Malleefowl erfahren. Der Malleefowl ist ein Vogel, der nur in Südaustralien vorkommt und deren Population durch nicht-heimische Fressfeinde wie Füchse und das „clearing“ des ursprünglichen Buschlandes stark dezimiert wurde. Deshalb wurde in Ongerup eine Malleefowl Preservation Group gegründet und es gibt ein Info Center, in dem Besucher alles über die Geschichte der Region und den Lebensraum des Vogels erfahren können. Wirklich interessant, deshalb hier ein Link zur homepage: http://www.malleefowl.com.au/

Circa eine Autostunde entfernt von der Farm befindet sich der Sterling Range National Park. Das Land ist hier ansonsten ziemlich flach (fast wie zu Hause ;-)), aber mitten aus der weiten Fläche ragen plötzlichen ein paar Gipfel heraus. Dort bin ich mit Marnie am Dienstag gewesen und wir sind auf den Bluff Knoll gewandert. Hin und zurück hat es 3,5 Stunden gedauert und auf dem Pfad habe ich fleißig nach Schlangen Ausschau gehalten, nur leider keine entdeckt. Dafür aber viele viele kleine Eidechsen.
Marnie and me on Bluff Knoll

In meinen ersten Tagen hier habe ich schon einigermaßen viel vom Farmleben mitbekommen. Ich habe die Hunde in Aktion mit den Schafen erlebt, Strohballen gepackt, die Windschutzscheibe vom Drescher geputzt und und und. Rund um die Farm habe ich auch schon allerlei australisches Getrier entdeckt, wie Kängurus, giftige Red Back Spinnen und Bobtails und zum Teil fotografiert Die Bilder aus W.A. findet auf der neuen Fotoseite.

Nachdem ich mich nach wenigen Tagen hier schon richtig wohl gefühlt habe, gab's für mich am Freitag, 23.12. eine riesengroße Überraschung: Vormittags habe ich einen Brief zum Briefkasten, einem alten ausrangierten Kühlschrank in einer kleinen Hütte gebracht. Als ich mich auf den Rückweg machen wollte, tauchte hinter der Hütte auf einmal mein Prinz Manu auf. Wow, was für eine Überraschung! Nach 2 Monaten haben wir uns nun viel eher wider gesehen, als ich es erwartet hatte, denn eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass wir uns erst im Februar in Neuseeland treffen. Jetzt haben wir ca. 2 gemeinsame Wochen Urlaub in Australien :-)

Unser Weihnachten haben wir zusammen mit der Familie in Albany am Meer verbracht. Von dem Ferienhaus, das nur wenige hundert Meter vom Middleton Beach entfernt ist, konnten wir am Christmas Day (25.12.) gleich morgens im Meer baden gehen. Nachmittags haben wir dort Cricket gespielt und ich frage mich bis jetzt, was an dieser Sportart interessant sein soll. Am Boxing Day (26.12.) waren wir beim Pferderennen und haben den Aussis beim Betrinken zugeguckt. Insgesamt also ein komplett anderes Weihnachten als back home. Aber es ist definitiv schön, die Feiertage im Warmen zu verbringen.
Christmas day at Middleton Beach

Auf der Farm selbst sollte vor Weihnachten eigentlich die Ernte abgeschlossen sein. Allerdings hatte es in den letzten Wochen ungewöhnlich viel geregnet für diese Jahreszeit und es war zu kalt. Das ist zwar gut für die Schafe, weil es überall grün ist und genug Futter zur Verfügung steht, das Getreide ist allerdings viel zu nass gewesen, sodass die Ernte noch nicht richtig in Gang gekommen ist. Über die Feiertage war das Wetter allerdings gut und auch für die nächsten Tage ist die Vorhersage hervorragend. Deshalb sind jetzt alle wieder busy. Wir werden wohl ein paar Tagestouren in der Gegend machen, aber auch auf der Farm helfen und einfach unsere gemeinsame Zeit genießen, bevor es für mich zurück nach NZ und für Manuel zurück nach Hause geht.

Sunday, 18 December 2011

Western Australia part 1: Perth

Als ich Donnerstag Nachmittag im Hostel in Perth angekommen bin, habe ich mich echt scheiße gefühlt. Müde und ausgelaugt aufgrund der langen Reise und Zeitverschiebung und hungrig. Das Hostel war wesentlich teurer als alle vorherigen in NZ und zudem lange nicht so gemütlich. Da habe ich mich tatsächlich gefragt, ob dieser Trip nicht absolut Verschwendung von Geld und Zeit ist, denn immerhin hat es mir in NZ bislang ja so gut gefallen und ich hätte auch dort schön Weihnachten und Silvester verbringen können. Meine Stimmung auf einem Tiefpunkt!


Mittlerweile geht es mir aber schon wesentlich besser und ich mache das beste aus meinem Aufenthalt. Zunächst habe am Freitag ich eine kostenlose Tour durch die Stadt gemacht, die vom Hostel angeboten wurde. So habe ich zum Beispiel einen schönen Ausblick auf die Stadt vom Kings Park aus genießen können, Mittag am Cottesloe Beach gegessen und auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt auch gleich am ersten Tag eine große Spinne erblickt.

Looking at Perth from King's Park


Gestern habe ich dann den allerersten richtigen Strandtag meiner Reise am Cottesloe Beach verbracht zusammen mit einer anderen Deutschen, die ich im Hostel kennengelernt habe. Baden im klaren Wasser des Indischen Ozeans, von der Sonne trocknen lassen und im weichen Sand spazieren gehen... da habe ich mich dann doch gefreut hier zu sein, anstatt im derzeit verregneten Neuseeland ;-)
Beach art
 Nachdem wir genug Sonne getankt hatten, sind wir in den Hafenort Fremantle gefahren. Mit einer riesige Kugel Eis (Madadamia & White Choclate) in der Hand sind wir durch die Läden und über den Markt gebummelt und ich habe ein paar Souvenirs gekauft. Besonders begeistert war ich, als ich einen Marktstand entdeckt habe, an dem ich „German Garlic Mettwurst“ naschen konnte :-)
Jana in Fremantle
 Perth ist ein wahres Shopping-Paradies, wenn man das nötige Kleingeld hat. Die Innenstandt ist voll Geschäften und das Angebot an flatteriger, bunter Made-in-China Sommerkleidung ist überwältigend. Ich frage mich wirklich, wer diese Massen an Kleidung kaufen soll...
Die Menschen hier haben allerdings das nötige Kleingeld, nicht nur für Kleidung sondern auch für schnieke Autos. Ein absoluter Kontrast zu Neuseeland, wo die Leute gerne Barfuß laufen und eher gebrauchte Wagen fahren. Das Geld kommt hier aus den zahlreichen Goldminen, in denen scheinbar ziemlich gute Löhne gezahlt werden. So ist das Preisniveau auch sehr viel höher für die meisten Lebensmittel...im Supermarkt habe ich einen Schock in der Obst- und Gemüseabteilung bekommen, weil ich mich schon so an die niedrigen Preise in NZ gewöhnt hatte. Der ungünstige Wechselkurs zwischen Australischem Dollar und Euro tut sein übriges...

An Weggehen Abends ist hier für mich nicht zu denken, denn in meinem Backpack findet sich nicht annäherungsweise die richtige Garderobe. Mit Jeans, Chucks und T-Shirts lassen sie einen hier nicht in die Bars. Die Mädels tragen durchweg kurze und enge Kleider und extrem hohe Highheels. Für die Männer ist das bestimmt schön anzusehen....ich fühle mich 'underdressed'.

Das alles trägt bislang dazu bei, dass ich mich hier noch nicht so richtig wohl fühle... Ich hoffe, dass es mir besser gefällt, sobald ich erst einmal bei Hannes und Marnie bin. Heute Mittag geht es mit dem Bus über fünf Stunden nach Süd-Osten ins Outback. Ich bin gespannt.


Wednesday, 14 December 2011

Heißwasserstrand

Nachdem ich nun schon eine Weile nichts mehr berichtet habe, kommt hier ein Update für Euch:

Das Driving Creek Café habe ich mittlerweile wieder verlassen. Auch wenn die Arbeit manchmal anstrengend war und ziemlich viel für einen Wwoofing-Job, hat es sich gelohnt. Es hat viel Spaß mit meinen Kollegen gemacht und ich hatte ständigen Zugang zu einem riesigen gefüllten Kühlschrank^^. Bis auf "totes Tier" musste ich dort auf nichts verzichten. Außerdem habe ich dort den ganzen Tag Englisch gesprochen und mein Vokabular um viele nützliche Wörter erweitern können, wie z.B.: apron (Schürze), chopping board (Schneidbrett), beet root (Rote Beete).

Am Sonntag, 11.Dezember hat mich dann Jana Jess in Cormandel abgeholt. Für alle, denen dieser Name nichts sagt: Jana und ich sind zusammen zur Grundschule gegangen, bis sie in der dritten Klasse nach NZ gezogen ist. Vor ca. einem Jahr hatte ich wieder Kontakt zu ihr aufgenommen (Facebook macht's möglich!). Als wir uns dann vor einigen Wochen in Auckland getroffen haben, hatten wir beschlossen, einmal zusammen weg zu fahren. So, here we go...

Zunächst sind wir zum Hot Water Beach gefahren. Der Name verrät es ja schon: an diesem Strand gibt es heißes Wasser :-) Bei Ebbe nimmt man sich einen Spaten und gräbt ein Loch. Nach kurzem Warten hat es sich wie von Zauberhand mit heißem Wasser gefüllt und man kann von seinem persönlichen hot tup aus, die Wellen beobachten. Dabei muss man sehr sehr aufpassen, sich den Allerwertesten nicht zu verbrühen, denn das Wasser, das dort im/unter dem Sand sprudelt, ist kochend heiß. Wenn dann die Flut wieder hereinkommt, kann eine kalte Welle die heiße Badewanne auch schnell wieder in ein Kneippbad verwandeln ;-).

Am Montag Morgen sind wir zum wenige Kilometer entfernten Cathedral Cove gefahren. Ansich ist das eine wunderschöne Bucht mit kristallklarem Wasser und einem Bogen aus Sandstein. Ein perfektes Postkartenmotiv...wenn es nicht regnet :( Leider hat ausgerechnet jetzt wirklich richtiges Schietwedder eingesetzt. Tolle Bilder kann ich von diesem Ausflug deshalb nicht liefern.

So sitze ich nun im Ort Whitianga in meinem Hostelzimmer mit Blick auf die vermutlich bezaubernde Mercury Bay, die Dunst und Regen zu einer gräulich-weißen Einheitssuppe gemacht haben. Die Motivation, direkt vor der Haustür an diesem tollen Strand baden zu gehen oder an der von Palmen gesäumten Beach Road entlang zu flanieren, ist also eher gering bis nicht vorhanden.

Vermutlich werde ich mir dieses Wetter sowie das kühle Nass schon in wenigen Tagen zurück wünschen, wenn ich Hannes und Marnie im Westaustralischen Ouback besuche, um dort Weihnachten und Silvester zu verbringen. Heute geht es deshalb noch einmal nach Auckland, da von dort am Donnerstag Morgen mein achtstündiger(!) Flug nach Perth losgeht. Ich bin ja mal gespannt, wie ich mit Temperaturen über 35 Grad, riesigen Spinnen und giftigen Schlangen klarkomme. Die staubige, lebensfeindliche Landschaft wird wohl ein absolutes Kontrastprogramm zu den über und über grünen Hügeln Neuseelands....



Tuesday, 29 November 2011

Wwoof #2: Great fun in the Driving Creek Café

Mittlerweile bin ich seit einigen Tagen in Coromandel Town zu Hause. Der Ort Coromandel liegt nordlich von Thames an der Westküste der Coromandel Halbinsel und ist ein richtiger Touri-Ort. Es gibt nur ein paar wenige Geschäfte, einen winzigen Supermarkt und vergleichsweise viele Restaurants und Bars. Das absolute Highligt des Ortes ist das Driving Creek Café, in dem ich seit Donnerstag wwoofe.
The best café in NZ

Der Lonely Plante schreibt Folgendes über das Café:
"Durch klappernde tibetanische Gebetsfahnen betritt man dieses abgefahrene Café in einem aus Lehmziegeln errichteten Haus. Dort erwartet einen eine große Auswahl an vegetrarischen, veganen und glutenfreien Bio- und Fair-Trade-Wonnen. Das Essen verdient das Prädikat ausgezeichnet - es wird wunderschön präsentiert, ist frisch und gesund."
Während ich diesen Post schreibe läuft hier auch mal wieder entspannte Reggae Musik. Die Anzahl der Gäste mit Dreadlocks ist meiner Meinung nach überdurchschnittlich hoch. An den Wänden sind Lebensweisheiten und Zitate zum Beispiel vom Dalai Lama angebracht. Außerdem werden hier second hand Bücher verkauft. Insgesamt das Café also etwas alternativ mit einer absolut relaxten Atmosphäre.
Hier einmal der Link zur Hompage des Cafés: http://www.drivingcreekcafe.com/index.html

inside the café
Trotzdem kann es in und hinter der Küche ganz schön hektisch zugehen. Wenn Smothies und frische Säfte zubereitet werden, dröhnt der Lärm von juicer und blender durch den Raum, das Geschirr klirrt beim Abwaschen und Töpfe und Pfannen poltern in der Küche. Die Aufgaben der wwoofer (im Moment sind wir zu dritt) bestehen hauptsächlich aus Geschirr abwaschen und putzen. Aber wir servieren auch und Unterstützen die kitchen staff.

Als wwoofer arbeite ich hier an vier Tagen in der Woche jeweils 7 Stunden für Kost und Logis. Die restlichen drei Tage der Woche habe ich frei, wobei ich trotzdem viel Zeit im Café verbringe, einfach weil es hier so schön ist und ich oftmals in den Bücherregalen stöbere. Unsere Unterkunft könnte man als umgebautes Carport bezeichnen: Eine einfache Hütte mit Fenster und Tür, in der 2 Doppelstockbetten stehen. Den Raum teilen wir uns mit allem, was so rum kreucht und fleucht ;-)

Ich bin froh, jetzt einmal längere Zeit an einem Ort zu sein, besonders weil ich mich hier sehr wohl fühle und meine Kollegen super sind. Endlich einmal nicht alle paar Tage die Sachen in den Backpack stopfen und in einem neuen Hostel wieder neue Leute kennenlernen. Durch die Arbeit vegehen die Tage sehr schnell und es ist toll, den ganzen Tag Englisch zu sprechen.